Dansk Supermarked kommt bei der Einführung von SAP mit der preisgünstigen Methode "Rapid Transformation" planmäßig voran. Seit dem Frühjahr steuert die neue Warenwirtschaft den Discounter Netto in Schweden. 2012 ist die deutsche Schwester dran.
Der dänische LEH-Konzern Dansk Supermarked (DS) hat bei der Einführung des Warenwirtschaftssystems SAP Retail Gas gegeben. Im Januar 2010 stieg das Unternehmen von einer klassischen SAP-Implementierungsstrategie auf die vom deutschen Consulting-Haus KPS entwickelte Methode "Rapid Transformation" um.
Mit Volldampf voraus
Bereits am 1. Februar 2011 steuerte das neue ERP-System das Tiefkühl- Sortiment der DS-Vertriebsschiene Netto in Schweden, berichtet IT-Direktor Alan Jensen. In zwei Stufen schaltete der Discounter innerhalb von zwei Monaten sein restliches Sortiment live.
Netto hat in Schweden wie in den anderen Ländern rund 1.200 Artikel fest gelistet. Zusammen mit den wechselnden Angeboten kommen zwischen 3.000 und 4.000 Artikel zusammen, die von der neuen Warenwirtschaft gemanagt werden.
Rundum gut bewertet
Mit dem Ergebnis der schnellen Einführung nahe am SAP-Standard ist Jensen mehr als zufrieden. Dansk Supermarked hatte eine klassische SAP-Retail- Einführung mit langem Parallelbetrieb von alten und neuen Systemen im Mai 2009 gestoppt, als Komplexität und Kosten aus dem Ruder zu laufen drohten.
"Rapid Transformation ist die deutlich bessere Methode", urteilt er heute: "Wir sind schnell und haben trotzdem die Funktionen und das System unter Kontrolle."
Ein wichtiges Prinzip von Rapid Transformation ist, dass Mitarbeiter der Fachbereiche sehr frph mit echter Software konfrontiert werden und auf dieser
Basis Verbesserungsvorschläge machen. Die langwierige Erstellung von Anforderungskatalogen und Blueprints vorab entfällt weitgehend.
Ein anderes Prinzip der Methode ist die Nutzung der SAP-Standards mit möglichst wenig Zusatzprogrammierung. Jensen schätzt, dass Dansk Supermarked 70 bis 75 Prozent der Geschäftsprozesse mit der Standard- Software abdeckt.
Langfristig niedrige Kosten
"Das Ziel ist, unsere Prozesse an SAP anzupassen, wo immer das möglich ist", sagt Jensen. Damit schlagen die Dänen zwei Fliegen mit einer Klappe: Künftige Änderungen des Standard-Programms können ohne Aufwand übernommen werden.
Und die heutigen Entwicklungskosten sind begrenzt. Nach Angaben des CIOs waren zu keinem Zeitpunkt des "Apollo" genannten Projekts mehr als 120 interne und externe Experten mit er SAP-Einführung beschäftigt.
Als größte Herausforderung schildert Jensen die Gewöhnung der Mitarbeiter an neue Arbeitsroutinen und die neue Software. Trotz eines ausgeklügelten Trainings- und Unterrichtsprogramms sei diese Business Transformation eine "Riesenaufgabe".
Weitere Live-Schaltungen folgen
Auf Basis des erfolgreichen SAP-Einsatzes in Schweden werden die anderen Netto-Landesgesellschaften 2012 live gehen. Im Januar ist der Start in Polen vorgesehen. Im April und Mai wird Netto Deutschland das neue Warenwirtschaftssystem in drei Schritten einführen.
Ab September 2012 ist dann die größte Landesgesellschaft Dänemark dran. Die SB-Warenhäuser der Vertriebsschiene Bilka und die Verbrauchermärkte Føtex in Dänemark folgen Anfang 2013.
Promotion-Optimierung
Bei Føtex und Bilka will DS dann auch als einer der ersten europäischen Retailer das neue Promotion Management von SAP in Version 7.2 einsetzen.
SAP Retail ersetzt bei Dansk Supermarked ein altes, eigenentwickeltes Warenwirtschaftssystem. Unabhängig vom WWS-Projekt hat Dansk Supermarked kürzlich das Lagerverwaltungssysteme SAP EWMS in allen fünf Distributionszentren eingeführt.Im deutschen Stavenhagen ging die Umstellung nach Angaben Jensens in diesem Frühjahr problemlos über die Bühne.
Quelle: Lebensmittel Zeitung